Überlegungen und Einsichten aus meiner Lehrtätigkeit

Neueste Kommentare

Als Antwort auf: Lehre an Fachhochschulen — Fehlentwicklungen

Webmention von: www.npo-consulting.net Besucher

www.npo-consulting.net

https://www.npo-consulting.net/blogs/lector.php/pruefungspraxis-an-hochschulen-bad-practice
Vor Prüfungskommissionen ist es wie vor Gericht oder auf hoher See — man ist letztlich in Gottes Hand und der Ausgang ist nicht gewiss vorhersagbar. Bei manchen Prüfungskommissionen an manchen Studiengängen und Hochschulen trifft das bedauerlicherweise und zum Leidwesen vieler Studierender besonders zu, dann wenn die Prüfungsbedingungen zu wünschen übrig lassen.

Als Antwort auf: Leistungs- und Noteninflation

Webmention von: Redaktion Besucher

Redaktion

https://www.npo-consulting.net/blogs/lector.php/hochschulen-anforderungsniveaus-noten-pruefstand
Bei Hochschulen und Hochschulstudiengängen gibt es bezüglich Prüfungs- und Leistungsniveaus sowie in der Praxis der Notengebung eklatante Unterschiede. Mit anderen Worten: eine Leistung, die in einem Studiengang als hervorragend etikettiert wird, kann in einem anderen als ungenügend bewertet werden. Willkür herrscht und Marktorientierung.

Als Antwort auf: Bad Practice — Lektor*innen Betreuung

Kommentar von: Melissa Wagner Besucher

Melissa Wagner

Gibt es an der Fachhochschule kein Qualitätsmanagement? Derartige Zustände wären an der Hochschule, an der ich tätig bin, nicht möglich. Hier werden LektorInnen geschätzt. Ich bekomme Einladungen zu Forbildungen, habe mindestens einmal im Semester ein Feedback Gespräch mit der Studiengangsleiterin, es gibt eine abschließende Besprechung sobald die Evalutationen vorliegen und ich weiß, dass ich meine Lehrveranstaltung zumindest bis zur nächten Anpassung des Lehrplans abhalten kann.

Als Antwort auf: Bad Practice — Lektor*innen Betreuung

Kommentar von: Dr Friedrich Auenburg Besucher

Dr Friedrich Auenburg

Der Umgang mit Lektoren an Universitaeten ist auch nicht besser als an Fachhochschulen. Diese werden als eine Art Fuellstoff gesehen und gelten ja nicht einmal als Universitaetsangehoerige bzw. Universitaetsmitarbeiter, wenn sie sich fuer einen Freien Dienstvertrag entscheiden (d.h. nicht mehr als vier Semesterswochenstunden lehren, lt. UG 2002 § 100 Abs. 4 ist dies moeglich). Es gab und gibt Betriebsraete an den Universitaeten, welche gegen diese Diskriminierung angekaempfen, da ohne Lektoren der Lehrbetrieb nicht aufrecht zu erhalten ist und sie dafuer auch dementsprechend behandelt werden sollten. So zB werden Fortbildungsangebote an Lektoren gar nicht gemacht, obwohl ein bestehender Arbeitsvertrag sie als echte Dienstnehmer ausweist und diese schon jahrelang an der Universitaet sind und somit voll in den Betrieb eingegliedert sind. Manch ein Personalvertreter findet das nicht in Ordnung und ist diesbezueglich immer wieder im Senat, beim Rektorat, bei den einzelnen Abteilungsvorstaenden etc. um klar zu machen, dass ohne diesen Fuellstoff das Konstrukt zusammenbrechen wuerde und diese daher auch respektvoll behandelt werden muessten. Oft laeuft man dabei jedoch gegen Mauern, da nur der eigene Rock, aber nicht die Gesamtkleidung gesehen wird. Das Argument "Dann muessen sie [die Lektoren] sich eben etwas anderes suchen" ist immer wieder zu hoeren. Dass diese Lektoren jedoch teilweise sogar habilitiert sind, sich von Vertrag zu Vertrag handeln um irgendwann vielleicht einmal in den geordneten, wenn auch wegen nicht-verlaengerbarer temporaerer Vertraege nicht gerade lustigen Lehr- und Forschungsbetrieb einsteigen zu koennen, wird dabei gerne (vielleicht sogar absichtlich) uebersehen. Irgendwann wird dieses Konstrukt zusammenbrechen, denn irgendwann will niemand mehr Lektor sein, will nicht als Fuellstoff angsehen werden, sondern respektvoll und gleichwertig behandelt werden. Lektoren sind mehr als Dispositionsmasse, sie sind diejenigen auf welchen die Universitaeten in der jetzigen Form angewiesen sind.

Als Antwort auf: Lehre an Fachhochschulen — Fehlentwicklungen

Kommentar von: Bettina Besucher

Bettina

Die Rahmenbedingungen für LektorInnen sind nirgendwo in Österreich besonders rosig, aber das, was Sie hier schreiben ist doch krass. Da siehts an meinen Hochschulen doch deutlich besser aus.
Übrigens; für alle LektorInnen und WissenarbeiterInnen, die das noch nicht kennen: http://www.ig-elf.at/ Beitreten lohnt sich, zumindest in die Mailingliste solltet Ihr Euch eintragen. Lohnt!

Als Antwort auf: Fehlentwicklungen beim Betriebspraktikum

Kommentar von: Christian Besucher

Christian

Ich habe sehr unterschiedliche Erfahrungen mit PraktikantInnnen gemacht. Manchmal war ich erschrocken über mangelnde Qualifikation, nicht nur Fachqualifikation. Es mangelt immer häufiger an Kulturtechniken wie der Fähigkeit fehlerfrei Texte zu verfassen. Wir vermeiden mittlerweile, dass sie direkt Texte veröffentlichen, ohne dass diese nicht gegengelesen werden, auch bei Posts auf Facebook, besonders aber bei Korrespondenzen. Das ist sehr aufwendig. Wir wählen mittlerweile auch danach aus, von welcher Fachhochschule, bzw. welchem Studiengang die Bewerber kommen. Die Niveaus sind teilweise sehr unterschiedlich.

Roland

Ich beschäftige sowohl HTL und HAK Abgänger als auch Abgänger von Bachelor und Master Studiengängen. Ganz ehrlich gesagt: Die meisten Studienabgänger haben nicht wirklich viel Ahnung, aber sie können ganz schön Wind machen.
Ich hoffe, dass das Ausbildungsniveau an den HTL und HAK wieder angehoben wird. Das hat man abgewertet, um die Fachhochschulen aufzuwerten. Klappt aber nicht.
Ich werde weiter meine MitarbeiterInnen bevorzugt unter HTL und HAK Absolventen suchen und mich ansonsten an klassische Universitätsabgänger halten, die bei Leuten mit entsprechender Reputation studiert haben.

Bernd

Das ist alles halb so wild. Ich habe an einer HTL maturiert und dann im Jahr darauf begonnen, nebenberuflich an einer FH den Bachelor zu machen. In den ersten zwei Jahren habe ich mich eher gelangweilt, weil die Anforderungen nicht besonders groß waren und ich vieles schon an der HTL gelernt hatte. Lästig war nur das Lernen von Power Point Folien, auf die die Professoren so stehen. (Was aber eher sinnlos ist.) Teilweise waren die Anforderungen läppisch. Obwohl ich zugeben muss, dass sich viele auch schwer getan haben (aber die hätten wohl auch nie eine Matura an einer HTL bestanden :D ) Bis auf die Freitag Nachmittage, Samstage und Blockwochen hielt sich mein Aufwand sehr in Grenzen. Also von einem Aufwand von 40 Stunden in der Woche war ich weit, manchmal sehr weit entfernt ;-)

Gernot Baumschlager

Sehe ich genauso. Besonders problematisch sehe ich das Leistungsniveau bei denen, die keine Matura haben, also bei denjenigen mit Studienberechtigungsprüfung.
Ich frage mich, warum man mit Zentralmatura so einen Aufwand betreibt, wenn es dann Mittel und Wege an die Hochschulen gibt, ohne auch nur annähernd Matura Niveau erreicht zu haben.

Als Antwort auf: Leistungs- und Noteninflation

Kommentar von: Gertrud Binot Besucher

Gertrud Binot

Mein Sohn kriegt regelmäßig die Krise, wenn eine Klausur oder Seminararbeit mit der Note 3 beurteilt wurde. Dabei bedeutet das doch wohl, dass die Leistung im Durchschnitt liegt - nicht besonders gut, nicht besonders schlecht. Es wurde geliefert, was verlangt wurde, nicht mehr. Er meinte jedoch, dass alles, was schlechter als 1 ist, inakzeptabel sei.
Diese Einstellung hat er sich erst im Studium angeeignet. Am Gymnasium war er in manchen Fächern mit einer 3 noch sehr zufrieden.

Dr. Conrad Lienhardt

@Florian W. Vielen Dank für die Fehlerhinweise ;). Vielen Dank auch für das Feedback, dass Sie ähnliches im beruflichen Umfeld beobachten. Das ist sehr interessant. Ich recherchiere - soweit es meine Zeit erlaubt - wie Unternehmen mit dieser Situation umgehen und wie im Assessment des Recruiting-Prozesses darauf reagiert wird. Da gibt es insbesondere bei großen Unternehmen, insbesondere in Deutschland spannende Entwicklungen.
Wie reagiert Ihr Unternehmen auf diese Herausforderung?

Viele Grüße,
Conrad Lienhardt

PS: Zum Thema Bildungspolitik finden Sie in einem anderen Blog weitere Beiträge:
http://www.npo-consulting.net/blogs/pad.php/bildung/