Überlegungen und Einsichten aus meiner Lehrtätigkeit

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Als Antwort auf: Analphabetismus - Ein verdrängtes Phänomen

Kommentar von: Mingus Besucher

Mingus

@lienhardt Wenn dann noch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, im Vorwort zum Presseauszug der Studie folgert: „Mehr als eine Million Erwachsene haben in den vergangenen acht Jahren in Deutschland ihren Mut zusammengenommen und lesen und schreiben gelernt. Menschen, die mitten im Leben stehen” — dann wird das echt peinlich. Sie hat einfach nicht begriffen, dass viele Analphabeten, die bei der 2010er Studie noch dabei waren 2018 älter als 64 geworden sind und in der Statistik einfach nicht mehr vorkommen.

Wenn PolitikerInnen so kurz übersetzt denken und dann womöglich darauf Strategien bilden und Politik machen, na dann gute Nacht.

Und wer untersucht geringe Literatlität bei Menschen, die älter als 64 sind? Oder denkt Frau Grotlüschen, dass die es ohnehin nicht mehr nötig hätten ;-/

27.03.2021 @ 12:25

Als Antwort auf: Analphabetismus - Ein verdrängtes Phänomen

Kommentar von: Dr. Conrad Lienhardt Mitglied

Dr. Conrad Lienhardt

Problematisch sehe ich bei diesen Studien, wie zuletzt bei den LEO Studien, dass sich diese auf die Alterskohorten der 16 bis 64/65 Jährigen beziehen, als würde die Fähigkeit des Lesens und Schreibens bei älteren Menschen vernachlässigbar sein. Doch gerade hier stellt der Analphabetismus in allen seinen Schattierungen ein besonderes Problem dar.  Durch Altersprozesse wie fortschreitende Sehbehinderung, allmählicher Verlust an Feinmotorik, Nachlassen kognitiver Fähigkeiten, driften selbst Menschen ohne Lese- und Schreibschwächen zunächst in den Bereich funktionalen Analphabetismus, bzw. geringer Literalität bis hin zum sekundären Analphabetismus.

Daher wären die Studien auszudehnen, weit über die für den Arbeitsmarkt relevanten Alterskohorten hinaus.

25.03.2021 @ 09:42

Als Antwort auf: Analphabetismus - Ein verdrängtes Phänomen

Webmention von: www.npo-consulting.net Besucher

www.npo-consulting.net

https://www.npo-consulting.net/blogs/pad.php/analphabetismus-gesellschaftspolitik
Analphabetismus ist weiter verbreitet, als man es sich in Österreich eingestehen möchte. Etwa 12 Prozent der Österreicher*innen, bzw. 15 Prozent der in Österreich lebenden Menschen sind Analphabeten, dh. sie haben große Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Während die Zahl der Akademiker stark zunimmt, bleibt Analphabetismus in Österreich seit vielen Jahren eine gleichbleibende Herausforderung.

24.02.2021 @ 18:05
Manuel

Das muss aber kein Nachteil sein. So spart man die Selbstbehalte, die je nach Gesundheit doch ganz schön ins Geld gehen können. Also ich bin froh, dass ich zu meiner ohnehin nicht üppigen Pension keine Selbstbehalte bei Gesundheitsleistungen aufwenden muss.

13.02.2020 @ 17:04

Als Antwort auf: Lehre an Fachhochschulen — Fehlentwicklungen

Webmention von: www.npo-consulting.net Besucher

www.npo-consulting.net

https://www.npo-consulting.net/blogs/lector.php/pruefungspraxis-an-hochschulen-bad-practice
Vor Prüfungskommissionen ist es wie vor Gericht oder auf hoher See — man ist letztlich in Gottes Hand und der Ausgang ist nicht gewiss vorhersagbar. Bei manchen Prüfungskommissionen an manchen Studiengängen und Hochschulen trifft das bedauerlicherweise und zum Leidwesen vieler Studierender besonders zu, dann wenn die Prüfungsbedingungen zu wünschen übrig lassen.

8.10.2019 @ 09:40

Als Antwort auf: Leistungs- und Noteninflation

Webmention von: Redaktion Besucher

Redaktion

https://www.npo-consulting.net/blogs/lector.php/hochschulen-anforderungsniveaus-noten-pruefstand
Bei Hochschulen und Hochschulstudiengängen gibt es bezüglich Prüfungs- und Leistungsniveaus sowie in der Praxis der Notengebung eklatante Unterschiede. Mit anderen Worten: eine Leistung, die in einem Studiengang als hervorragend etikettiert wird, kann in einem anderen als ungenügend bewertet werden. Willkür herrscht und Marktorientierung.

20.09.2019 @ 13:30

Als Antwort auf: Bad Practice — Lektor*innen Betreuung

Kommentar von: Melissa Wagner Besucher

Melissa Wagner

Gibt es an der Fachhochschule kein Qualitätsmanagement? Derartige Zustände wären an der Hochschule, an der ich tätig bin, nicht möglich. Hier werden LektorInnen geschätzt. Ich bekomme Einladungen zu Forbildungen, habe mindestens einmal im Semester ein Feedback Gespräch mit der Studiengangsleiterin, es gibt eine abschließende Besprechung sobald die Evalutationen vorliegen und ich weiß, dass ich meine Lehrveranstaltung zumindest bis zur nächten Anpassung des Lehrplans abhalten kann.

1.02.2019 @ 14:07

Als Antwort auf: Bad Practice — Lektor*innen Betreuung

Kommentar von: Dr Friedrich Auenburg Besucher

Dr Friedrich Auenburg

Der Umgang mit Lektoren an Universitaeten ist auch nicht besser als an Fachhochschulen. Diese werden als eine Art Fuellstoff gesehen und gelten ja nicht einmal als Universitaetsangehoerige bzw. Universitaetsmitarbeiter, wenn sie sich fuer einen Freien Dienstvertrag entscheiden (d.h. nicht mehr als vier Semesterswochenstunden lehren, lt. UG 2002 § 100 Abs. 4 ist dies moeglich). Es gab und gibt Betriebsraete an den Universitaeten, welche gegen diese Diskriminierung angekaempfen, da ohne Lektoren der Lehrbetrieb nicht aufrecht zu erhalten ist und sie dafuer auch dementsprechend behandelt werden sollten. So zB werden Fortbildungsangebote an Lektoren gar nicht gemacht, obwohl ein bestehender Arbeitsvertrag sie als echte Dienstnehmer ausweist und diese schon jahrelang an der Universitaet sind und somit voll in den Betrieb eingegliedert sind. Manch ein Personalvertreter findet das nicht in Ordnung und ist diesbezueglich immer wieder im Senat, beim Rektorat, bei den einzelnen Abteilungsvorstaenden etc. um klar zu machen, dass ohne diesen Fuellstoff das Konstrukt zusammenbrechen wuerde und diese daher auch respektvoll behandelt werden muessten. Oft laeuft man dabei jedoch gegen Mauern, da nur der eigene Rock, aber nicht die Gesamtkleidung gesehen wird. Das Argument "Dann muessen sie [die Lektoren] sich eben etwas anderes suchen" ist immer wieder zu hoeren. Dass diese Lektoren jedoch teilweise sogar habilitiert sind, sich von Vertrag zu Vertrag handeln um irgendwann vielleicht einmal in den geordneten, wenn auch wegen nicht-verlaengerbarer temporaerer Vertraege nicht gerade lustigen Lehr- und Forschungsbetrieb einsteigen zu koennen, wird dabei gerne (vielleicht sogar absichtlich) uebersehen. Irgendwann wird dieses Konstrukt zusammenbrechen, denn irgendwann will niemand mehr Lektor sein, will nicht als Fuellstoff angsehen werden, sondern respektvoll und gleichwertig behandelt werden. Lektoren sind mehr als Dispositionsmasse, sie sind diejenigen auf welchen die Universitaeten in der jetzigen Form angewiesen sind.

29.01.2019 @ 17:56

Als Antwort auf: Bad Practice — Lektor*innen Betreuung

Kommentar von: Frauke Haug Besucher

Frauke Haug

Wow; Mittlerweile schickt doch schon jede popelige Plattform Reminders aus oder kündigt die Kontosschließung an. Hier scheint es an Medienkompetenz zu fehlen.

10.01.2019 @ 10:02

Als Antwort auf: Lehre an Fachhochschulen — Fehlentwicklungen

Kommentar von: Bettina Besucher

Bettina

Die Rahmenbedingungen für LektorInnen sind nirgendwo in Österreich besonders rosig, aber das, was Sie hier schreiben ist doch krass. Da siehts an meinen Hochschulen doch deutlich besser aus.
Übrigens; für alle LektorInnen und WissenarbeiterInnen, die das noch nicht kennen: http://www.ig-elf.at/ Beitreten lohnt sich, zumindest in die Mailingliste solltet Ihr Euch eintragen. Lohnt!

2.01.2019 @ 14:50

Als Antwort auf: Fehlentwicklungen beim Betriebspraktikum

Kommentar von: Christian Besucher

Christian

Ich habe sehr unterschiedliche Erfahrungen mit PraktikantInnnen gemacht. Manchmal war ich erschrocken über mangelnde Qualifikation, nicht nur Fachqualifikation. Es mangelt immer häufiger an Kulturtechniken wie der Fähigkeit fehlerfrei Texte zu verfassen. Wir vermeiden mittlerweile, dass sie direkt Texte veröffentlichen, ohne dass diese nicht gegengelesen werden, auch bei Posts auf Facebook, besonders aber bei Korrespondenzen. Das ist sehr aufwendig. Wir wählen mittlerweile auch danach aus, von welcher Fachhochschule, bzw. welchem Studiengang die Bewerber kommen. Die Niveaus sind teilweise sehr unterschiedlich.

12.09.2018 @ 10:47