Traumnotiz. Ein heller Raum mit einer Tür. Hinter der Tür war es schwarz. Zunächst dachte ich, es wäre ein dunkler, finsterer Raum. Doch mich irritierte, dass dieser Raum keinen Klang, keine noch so stille Resonanz hatte. Wenn ich in Räume komme, selbst bei geschlossenen Augen, lassen sich für mich Räume unterscheiden, "klingt" ein Raum anders, wenn ein Fenster offen oder angelehnt ist, oder eine Tür - selbst wenn von Draußen kein Laut zu hören ist. Es ist, als wäre man innerhalb eines Resonanzkörpers, mal gleichförmig, mal größer, mal mit mehr oder weniger abgedecktem Schallloch, mal mit mehreren Schalllöchern, Öffnungen, gleichförmig, unförmig. Diese Resonanz nehme ich körperlich wahr.
Hinter der Tür, das wurde mir klar, war kein Raum. Das Schwarz war keine Finsternis. Die Tür gab den Blick frei in ein "Nichts", wobei es selbst das nicht gab, wie mir bewusst wurde. Es war ungeheuer faszinierend. Ich stand an der Schwelle, hatte aber zu keiner Zeit die Absicht, durch die Tür zu gehen, selbst anfänglich nicht. Der Türraum weitete sich in meiner Wahrnehmung und ich stand diesem „Nicht-Raum” gegenüber, war ganz fasziniert und gefangen genommen davon.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
Wir verwenden Cookies. Mehr erfahren
Einige technisch notwendige Cookies sind für den Betrieb der Seite unerlässlich. Wenn Sie alle Cookies ablehnen, können wir Ihnen die Seite nicht korrekt anzeigen.
Möchten Sie stattdessen zu Google navigieren?