Es ist gar nicht so einfach, einen Gemütszustand treffend in Worte zu fassen. Ich fühle mich seit Tagen „unruhig”. Das beschreibt es zwar, ist aber nicht spezifisch genug.

Ich erinnere mich an viele Situationen, in welchen ich unruhig war, aber es war immer anders, sei es beispielsweise, dass ich unruhig war, weil ich freudig erregt war oder unruhig, weil ich nicht so recht wusste, was in einer Situation auf mich zukommen würde. Manchmal fühlte ich mich unruhig, während andere meinten, ich sei „nervös” oder vielleicht „unausgeglichen”, was wiederum andere manchmal als „fickrig” bezeichneten. Ist die Unruhe körperlich für andere wahrnehmbar, dann nennt man das in Bayern auch schon mal „wepsig”, vor allem wenn man noch jünger ist.

Nach langem Überlegen und spüren, glaube ich, dass „fahrig” meinem gegenwärtigen Gemütszustand am nächsten kommt.

Fahrig ist aber auch so eine Sache, denn für manche ist „fahrig” einfach ein Synonym für „nervös” und „fickrig”, wobei letzteres nicht selten synonym mit „gamsig” verwendet wird, je nach Region und Dialekt. Was also für mich klar einen Gemütszustand beschreibt, kann bei jemand anderem ganz andere Assoziationen hervorrufen.

Nun denke ich, dass es vor allem für mich wichtig ist, für meine Selbstwahrnehmung klare und unverwechselbare Ausdrücke zu finden, um sie unterscheiden zu können.

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