Seit Anfang Februar 2024 hat das Bayerische Landesamt für Umwelt die „Hinweiskarte Oberflächenabfluss und Sturzflut” öffentlich zugänglich gemacht. 1 Damit ist es möglich, für Wegscheid eine bessere Gefährdungseinschätzung durch Starkregen und Überschwemmungen zu treffen. Es kann allerdings, darauf wird hingewiesen, nicht ausgeschlossen werden, dass Oberflächenabfluss und Sturzfluten sowie lokale Überflutungen auch auf Flächen auftreten, für die in der Karte keine Hinweise dargestellt sind. Mit anderen Worten: Die Hinweiskarte liefert Hinweise, keine verlässliche Genauigkeit.

Eine der wirklich erstaunlichen Informationen für Wegscheid bezieht sich auf einen „erhöhten Abfluss” bei Starkregen ab Höhe Evangelische Kirche. Die Wassermengen werden nicht, wie zu erwarten gewesen wäre über die untere Adalbert-Stifter-Straße und Ameisbergstraße, bzw. Pfarrer Schwarzbauer Straße abgeführt, sondern queren bergabwärts mehrere Gärten, queren den Pointenweg, dann weiter über Gärten bis die Wassermengen durch die Jahnstraße abwärts kanalisiert werden. Dort besteht dann sogenannter „starker Abluss”. Auf dem Weg quer durch Gärten sind auch Wohngebäude betroffen. In zumindest einem besonders exponierten Fall gab es bereits wiederholt Überschwemmungen und Wasserschäden im Haus. 2

Es ist besonders darauf hinzuweisen, dass diese Gefährdungslage bereits vor dem Bau des Seniorenheims vorliegt, das die Schellmann Unternehmensgruppe auf dem Gelände der ehemaligen Evangelischen Kirche plant. Sollten die im aktuellen Bebauungsplan vorgesehenen Auflagen zur Vermeidung zusätzlicher Belastungen des Kanalsystems, bzw. auf den Straßenoberflächen abgeführten Niederschlagwassern zu kurz greifen, so wäre mit einer wohl deutlichen Verschärfung der Gefährdungslage in diesem Bereich zu rechnen.


  1. Die Grundlagen dafür wurden zwischen 2017 und 2020 im Projekt HiOS im Rahmen einer Kooperation aus Technische Universität München (TUM), Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften geschaffen. Es dauerte dann noch dreieinhalb Jahre, zuletzt wegen Verzögerungen im Bayerischen Staatsministerum für Umwelt, bis nun die Daten öffentlich vorliegen. 

  2. Leider ist es nicht möglich, einen Screenshot, also einen Ausschnitt aus der Hinweiskarte hier zu veröffentlichen. Die Daten sind durch umfangreiche Urheberrechte gesichert 

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