„Von Grün auf Blau schlagen” ist nicht dasselbe wie „grün und blau schlagen” — Ein bemerkenswerter kleiner, aber beachtlicher Unterschied. →
Jemanden „grün und blau schlagen” ist ein bildhafter Ausdruck dafür, jemanden so zu verprügeln, dass Blutergüsse, also Hämatome zuerst blaue, dann grüne sichtbare Spuren hinterlassen. Das war bislang plausibel.
Eine erstaunlich Wendung brachte eine Reportage über Blaudruck Wagner. Der Beitrag eröffnete quasi eine neue Perspektive. Beim Färben im Blaudruck wird das Leinen, das zuvor in Bahnen um einen Metallreifen gewickelt wurde, in einen Bottich mit Indigo getaucht. Indigo ist ein an sich wasserunlöslicher Farbstoff, der durch einen chemischen Vorgang wasserlöslich gemacht gemacht wird. Durch die Oxidation an der Luft, nachdem das Leinen wieder aus dem Bottich gehoben wird, wird der Farbstoff wieder wasserunlöslich und erhält den typischen blauen Farbton. Beim Herausziehen kommt es manchmal vor, dass Stellen zwischen den Leinenbahnen aneinander „kleben” bleiben, die Farbe dort daher nicht oxidieren kann. An diesen Stellen zeigt das Leinen eine grünliche Färbung. Daher wird mit einem Stock auf die Bahnen geschlagen, so lange, bis alle Bahnen frei hängen, die Farbe an allen Stellen oxidieren kann und sich das gesamte Leinen einheitlich blau färbt. So wird von grün auf blau geschlagen.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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