Ananke (ΑΝΑΓΚΗ) tritt aus einem Vergessen spürbar hervor. Ananke ist in der griechischen Mythologie die Ursprungsgöttin des zwangsläufigen Schicksals. Die Römer nannte sie später „Necessitas”, die Personifizierung des unabwendbaren Schicksals, nicht des persönlichen, individuellen, sondern des allgemeinen, schicksalhaft Notwendigen.

Die Klimakrise, die unsere Zivilisationen und Kulturen in noch viel heftigere Turbulenzen bringen wird, die die Umwelt unerbittlich treffen wird, wird sich bestenfalls durch Menschen mildern lassen, mehr auch nicht. Es ist eine Hybris zu glauben, wir könnten mit ein paar Einsparungen hier, technologischen Entwicklungen dort die Folgen der maßlosen und rücksichtslosen Ausbeutung der Erde in den letzten drei Jahrhunderten einfangen.

Menschen haben der schnellen Befriedigung wegen aber anfänglich auch aus Unkenntnis nicht überlegt, was der Preis für Raubbau und Verwüstung sein wird. Spätestens seit 1972 und dem Bericht des Club of Rome mussten alle Menschen mit der Fähigkeit zu lesen und einem durchschnittlichen Verstand in der Lage sein, das zu erkennen. Dass Firmen wie Exxon Mobil trotz eigener Erkenntnis zu den Folgen der fortgesetzten Ausbeutung um des Profits wegen öffentlich ebendiese Folgen leugneten, ist symptomatisch. Mehr oder weniger haben das alle so gehandhabt. Alle haben persönliche Gründe geltend gemacht.

Doch Ananke geht es nicht um persönliche Schicksale, sie führt kein Verfahren gegen individuelle Verfehlungen. Sie wird ohne Ansehen der Personen, Institutionen, ohne Blick auf Gerechte und Ungerechte das über Erde und Welt bringen, was sich notwendigerweise aus dem Missbrauch und der Ausbeutung ergibt.

Ich denke nicht, dass sich Ananke durch politische Reden und persönliche Ausreden versöhnen lässt.

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