Ein auffrischender Wind, eine erste Sturmböe wirbelte zahllose Blütenblätter von Linden- und Kastanienbäumen und blies alles aufgescheuchten Besuchern eines Biergartens entgegen. Kurz zuvor fielen noch Sonnenstrahlen durch die Bäume und der Gastgarten zeigte sich in einer Idylle, ähnlich der auf inszenierten touristischen Werbebildern.

Gläser wurden mit Bierfilzen abgedeckt, Servietten über Teller und Salatschüsseln gelegt, vergebens; sie wurden verblasen. Viele Besucher waren aufgestanden und versuchten Blütenblätter und Staub, der vom Boden aufgewirbelt wurde, von den Kleidern zu streifen. Die Gesichter zeigten ärgerliche Mienen. Das entspannte Plaudern und Lachen war ärgerlichem Geschnatter gewichen.

Von einigen Tischen hörte man nach Kellnern um die Rechnung rufen, ungeduldig und mit wachsendem Unmut, nachdem die überforderten Kellner nicht überall zur gleichen Zeit kassieren konnten und offenbar genervte Biergartenbesucher warten mussten.

Einige Windböen hatten die Idylle zerstört.

Kaum einer hatte einen Sinn dafür, wie lustig dieses Treiben war, die aufgescheuchten Menschen, umwirbelt von den Blütenblättern im böigen Wind.

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