Duckmäuser und Opportunisten scheuen davor zurück, aufzuzeigen; man könnte sich ja einen Schiefer einziehen, womit gemeint ist, sich selbst dabei weh tun, einen Nachteil in Kauf nehmen müssen. In der Regel finden sich andere, die das erledigen und sie selbst können in der Deckung bleiben und je nach Ausgang der Sache, sich auf die eine oder andere Seite schlagen oder weiter unbeteiligt bleiben, auch wenn sie Beteteiligte sind. Sie scheuen den Konflikt und im Konflikt das offene Visier.
Wer sich scheut, aufzuzeigen und für eine Sache einzutreten, reiht sich häufig in die Reihen der ‚Mauler’ ein. Tratsch, Gerüchte bis hin zu Verleumdungen, Ehrabschneidung und üble Nachrede sind deren Mittel. Das Social Web bietet für solche Zeitgenoss*innen ein wahres Biotop. Hier droht ihnen vorderhand keine Rechtsverfolgung und sie können den starken Mann, die starke Frau markieren, auch wenn sie alles andere als das sind.
Ähnlich unangenehm sind die, die nachdem eine Sache entschieden ist, nachwatten, nicht aufhören. Das wären die, die beim Fußballspiel mit einem Schiedsrichter auf dem Spielfeld aneinander geraten, weil sie mit seiner Entscheidung nicht einverstanden sind und das im Moment, sofort ausdiskutieren wollen, obwohl sie insgeheim wissen, dass das unsinnig ist. Sie finden keinen Punkt und nähren sich meist aus ihrer Gekränktheit. Natürlich muss man nicht beim ersten Entscheid alles fahren lassen. Dafür sieht z.B. das Rechtssystem Berufungswege und Instanzen vor. Ist aber ein letztinstanzliches Urteil ergangen, dann ist das hinzunehmen, auch wenn es subjektiv immer noch als ungerecht erlebt werden mag. So ist das Leben.
Wirklich unsympathisch sind mir die feigen Mauler. Sie versuchen andere aufzuhetzen, damit diese für sie die Kastanien aus dem Feuer holen oder sich für sie, wenn es schlecht läuft, die Finger verbrennen. Es sind Zyniker der üblen Sorte und gut meinende, oftmals naive und idealistisch Gesinnte lassen sich nicht selten vor deren Karren spannen.
Noch unsympathischer sind mir die Intriganten, die nicht offen für ihre Ziele eintreten und geradlinig, jedenfalls nachvollziehbar und fair darauf hinarbeiten, sondern die mit Mitteln der meist anonymen Denunzierung und üblen Nachrede ihre Mitbewerber*innen ganz bewusst schädigen wollen, zum eigenen Vorteil und die am Ende auch noch Sympathie und Mitleid für ihre Opfer heucheln.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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