Shlomo D. Goitein, ein israelischer Oirentalist, bezweifelt, dass wir jemals klären können, wie sich „al-ʿarabiyya” herausbildete, die Kunstsprache, Sprache der Poesie, die über alle arabischen Stämme und ihre Dialekte hinweg verstanden wurde. In Navid Kermanis Essay, Die Macht der Sprache. Über Koran, Poesie und Politik, bin ich auf dieses sehr anregende Phänomen gestoßen.
Ohne die Hochsprache der Poeten hätte sich zu Zeiten der sogenannten „Dschahiliyya” der Koran nicht so weit ausbreiten können. Das heißt aber auch, dass Sprache und Poesie einen allgemein sehr hohen Stellenwert gehabt haben. Interessant ist, dass sich Mohammed dieser Hochsprache der Poeten bediente, sich gleichzeigtig aber auch verteidigen musste, kein Poet, sondern Prophet zu sein. Kermani zitiert dazu Sure 21,5: "Aber sie sagten: Er dichtet nur, er ist ein Dichter."
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
Wir verwenden Cookies. Mehr erfahren
Einige technisch notwendige Cookies sind für den Betrieb der Seite unerlässlich. Wenn Sie alle Cookies ablehnen, können wir Ihnen die Seite nicht korrekt anzeigen.
Möchten Sie stattdessen zu Google navigieren?