Im Alltag verlieren wir oft den Blick auf die schönen Orte und Plätze, die prächtige Natur und die geschichtlichen Sonderheiten – sie gehören einfach dazu, zum Leben an diesem Ort. Erst wenn sie weg sind, zerstört oder verstümmelt, verbaut oder entstellt, dann wird uns ihr Verlust bewusst. In den meisten Fällen ist es dann jedoch zu spät.
In Wegscheid, einem kleinen Marktflecken im östlichsten Bayern, kurz vor der Grenze nach Österreich, im sogenannten Wegscheider Winkel, gibt es ein Ensemble aus vier über einhundertzwanzig Jahre alten Linden und einer schon 1839 nachweisbaren kleinen Kapelle, die seit langem Kohlbauerkapelle (auch: Kohlbauernkapelle) genannt wird.

Auch wenn diese Kapelle nicht unter Denkmalschutz und die Linden nicht unter Naturschutz stehen, bedeutet das nicht, dass sie weniger schützenswert wären oder keine Denkmale darstellten. Schützenswert sind sie allemal, da sie Teil der erlebbaren Geschichte des [Marktes] Wegscheid sind. Gar nicht zu reden davon, dass eine Kapelle in unserer Zeit ohnehin ein Denk-Mal ist.
Nachdem das Ensemble nun gut fünf Generationen Wegscheider*innen begleitete, ist es uns, vor allem den Menschen in der Nachbarschaft, ein großes Anliegen, es für weitere Generationen zu erhalten. Und das ist nicht selbstverständlich. Es gibt leider Leute, die dafür keinen Blick haben und keine Wertschätzung übrig haben.
Dieses Wegscheider Kleinod braucht unseren Schutz - und das ist nicht nur so dahin geschrieben.
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
Wir verwenden Cookies. Mehr erfahren
Einige technisch notwendige Cookies sind für den Betrieb der Seite unerlässlich. Wenn Sie alle Cookies ablehnen, können wir Ihnen die Seite nicht korrekt anzeigen.
Möchten Sie stattdessen zu Google navigieren?