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Rund um das Thema Marketing von Dr.Conrad Lienhardt

Wie gut wirkt Werbung auf Facebook?

Permalink 07.05.12 16:46, von Conrad Lienhardt, Kategorien: e-commerce, Marketing 2.0, Social Media Marketing , Schlagworte: facebook

Folgenden Auszug aus der Wirtschaftswoche möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

„Das Netzwerk Facebook weiß zwar mehr über die Interessen und Vorlieben seiner Nutzer als Google. Doch derzeit ist noch zu wenig bekannt darüber, wie Kaufentscheidungen in sozialen Netzwerken ablaufen und ob diese von Werbung beeinflusst werden können. Dagegen gilt es als bewiesen, dass eine Google-Kampagne den Absatz von Produkten tatsächlich ankurbelt. Und so sitzen laut Sorrell den Marketingchefs großer Unternehmen immer öfter die Controller im Nacken, die wissen wollen, was die steigenden Ausgaben für Facebook rechtfertigt.“

Matthias Hohensee, Die Suche nach Einfluss. VALLEYTALK Wie gut wirkt Werbung auf Facebook wirklich? In: Wirtschaftswoche N° 015 vom 07.04.2012, S. 89

Unerwähnt sollte dabei nicht bleiben, dass Sorrell, Gründer eines der größten, weltweit agierenden Medien- und Kommunikationsunternehmens, für das laufende Jahr zwar die Werbeausgaben für Facebook von 200 auf 400 Millionen Dollar verdoppeln will, dieser Betrag gegenüber den voraussichtlich zwei Milliarden Dollar für Google dennoch bescheiden ausfällt.

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Blogging - Breaking the Rules

Permalink 03.05.12 11:31, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Marketing 2.0, Random , Schlagworte: bilder, blog, breaking the rules, effectiveness, simulacrum

However think about if you added some great visuals or videos to give your posts more, “pop"! Your content is excellent but with pics and videos, this site could certainly be one of the very best in its field. Awesome blog!

Although this comment is friendly SPAM (the same is posted over and over ;-) it pushed me. A smart Blog - I’ll agree – should use multimedia to attract readers and followers and to visualize certain aspects. It’s the message I give to all my clients and students when talking about how to blog. This is one of the basic rules.

The comment inspired me to write about my motivation despite this not to follow this basic rule.

I’ve started blogging in 1999. Blogging at this time wasn’t as easy as it is today. Posting was in a way coding. Embedding images or videos was not really feasible. Later I enjoyed to illustrate my blog posts with pics, images, videos, podcasts … From 2004 to 2009 I wrote more than 5.500 posts and most of them worked with embedded multimedia.

I became fed up by the overflow of visuals. I am a visual talented fellow and images are very certain to me. Inflation of images drives to a noise that efface their qualities and the quality of visual communication in a broader sense.

In the early 80ies Jean Baudrillard’s “Simulacra and Simulation” fascinated and inspired me. Isn’t our world dominated by Simulacra? By the way this book has also inspired Andy and Larry Wachowski when writing the screenplay of Matrix.

Years ago I met Jan Hoet, the former curator of documenta IX. He told me that his father had forbidden him and his siblings to enter the church they were visiting on Sundays using the southern portal. Because there hung pretty bad images of the Via Dolorosa. He said to his children that bad images would corrupt them.

In preparation of this year’s vacation I ordered a guidebook of Istanbul. And I was really happy when I got it and couldn’t find any photos and pictures - not one in 235 pages. Convincing how Kai Strittmatter sketches Istanbul with words and stories. Images evolve. Great. It’s for the first time I am going to visit Istanbul. There are no pictures I could try to recognize (exempt those I’ve seen before).

I subscribed the “Neue Zürcher Zeitung” not only because of an excellent journalism but also because there is no inflation with meaningless pictures.

I know, that Images with alt and title tags are in addition relevant for SEO and embedding multimedia enhances Community building, and that both supports Leadmanagement. This is my daily job. But for my blogs I decided to choose a way that’s less marketing. So the number of readers and followers thereby may be smaller, but number is not the only criteria.

May be you’re interested in Marcus Buckingham & Curt Coffman First, Break All The Rules

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PISA und Generation Net

Permalink 02.03.12 10:46, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Random, Medien , Schlagworte: digital natives, generation net, medienkompetenz

Digitale Medien durchdringen den Alltag Jugendlicher immer stärker. Allein in Österreich nutzen beispielsweise knapp 700.000 Jugendliche Facebook, ein Viertel aller Facebook User des Landes.

Österreichs Facebook Nutzer nach Alter - (Stand 03/2012
Österreichs Facebook Nutzer nach Alter - (Stand 01.03.2012) - Quelle: http://digitalaffairs.at

Auch wenn überwiegend Zeit in Sozialen Netzwerken verbracht wird, wird das Internet auch darüber hinaus genutzt. Dabei verbringen mehr als die Hälfte täglich zwischen zwei und drei, etliche auch mehr Stunden im Internet.

Hält man dagegen, dass Österreichs Schüler beim sinnerfassenden Lesen elektronischer Medien wie Internet, E-Mails, Blogs, etc. bei der PISA Studie auf dem 15. von 16 Plätzen gelandet sind und damit noch schlechter abschneiden, als beim Erfassen gedruckter Texte, drängt sich die Frage nach Medienkompetenz auf. Nur 3 Prozent Spitzenschüler - im Vergleich zu durchschnittlich 8 Prozent. ( Pisa: Österreichs Schüler auf vorletztem Platz">Der Standard, 28.07.2011) finden sich im Ergebnis.

Medienkompetenz, so scheint es, wird auf die Fähigkeit der Handhabung digitaler Anwendungen reduziert. Im Vordergrund dabei stehen Tipps, Tricks, Tools und Instrumente. Click, Click, Click. Dass die Fähigkeit zu lesen auch in der digitalen Welt eine Grundvoraussetzung darstellt bleibt offenbar unterbelichtet.

Dies kann für Unternehmen durchaus zum Problem werden, zumal sich hier sogar ein negativer Trend abzeichnet. Auch wenn viele der Arbeitsplätze hinter Bildschirmen als digitale Fließbandarbeit von MitarbeiterInnen nicht mehr abverlagen als von ArbeiterInnen an Fließbändern industrieller Fertigung, teilweise sogar weniger, stellt die Fähigkeit zu lesen im Internet doch eine wesentliche Grundvoraussetzung dar, um international im Wettbewerb erfolgreich bleiben zu können.

Dass sich die Bildungspolitik offenbar damit beruhigt, dass die Zahl Jugendlicher, die sich im Internet bewegt hoch ist und z.B. bei der Nutzung mobiler Endgeräte höher ist als im benachbarten Deutschland, bedeutet für sich genommen noch wenig und entschuldigt keinesfalls ihr Versagen.

Lesen Sie auch den Beitrag Generation Net - In Sachen Medienkompetenz überschätzt?

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Europäische Datenschutzverordnung und ihre Widersacher

Permalink 14.02.12 14:45, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Random, Medien , Schlagworte: datenschutz

Die EU-Datenschutzverordnung soll, anders als EU-Richtlinien, die auf nationale Umsetzung in eigenen Gesetzgebungsverfahren angewiesen sind, sofort für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Charakter besitzen. Das wäre ein erster zentraler Aspekt, der sicherstellte, dass die Verordnung in allen EU-Staaten uneingeschränkt und unmodifiziert gleichzeitig gelten würde.

Die EU-Datenschutzverordnung, so sie denn so, wie sie im Entwurf vorliegt, in Kraft treten wird, wäre ein entschiedener Schritt in Richtung Schutz der Privatsphäre. Viele Organisationen und Interessensverbände machen bereits dagegen mobil. Auch die USA intervenieren schon seit längerem massiv dagegen. Die Financal Times titelte in ihrer Ausgabe vom 20.01.2012: „USA torpedieren EU-Datenschutz-Verordnung”. Der Druck, der auf die EU-Justizkommissarin Viviane Reding ausgeübt wird, ist enorm, denn mit dieser Gesetzesreform soll u.a. dem „fast unkontrollierten Zugriff von US-Geheimdiensten auf Millionen Daten von EU-Bürgern ein Ende bereiten”, so Klaus Hecking. Darüber hinaus sind US Unternehmen ähnlich betroffen, man denke nur an Google und Facebook. Denn, „das neue Gesetz soll Provider weltweit zwingen, ihren EU-Kunden die gleichen Datenschutzstandards wie in der EU selbst zu garantieren. Andernfalls drohen den Unternehmen hohe Geldstrafen.” Die US-Kampagne scheint in der EU-Kommission teils bereits auf Resonanz gestoßen zu sein, denn die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hat – so wird innerhalb der Kommission kolportiert — bereits erhebliche Vorbehalte gegen Redings Pläne angemeldet.

Aber auch innerhalb der EU wird versucht, die Verordnung aufzuweichen — bis hin zu Dialog und Direkt Marketing Verbänden und Unternehmen. So droht beispielsweise der Dialog Marketing Verband Österreich (DMÖ) lt. medianet.at damit, dass viele der 80.000 Arbeitsplätze in Folge dieser Verordnung verloren gingen. Konkret meldet der Verband via DMBÖ-Präsident Anton Jenzer: „Der DMVÖ setzt alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel auf nationaler und EU-Ebene ein, um die wirtschaftsfeindlichen und für viele Unternehmen der Dialog Marketing Branche existenzbedrohenden Verbote und Einschränkungen der EU-Datenschutzverordnung abzuwenden”.

Ich hoffe sehr, dass die Verordnung in den zentralen Punkten umgesetzt werden wird.

Hier können Sie den Entwurf der EU-Datenschutzverordnung herunterladen
REGULATION OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL on the protection of individuals with regard to the processing of personal data and on the free movement of such data (General Data Protection Regulation)


Hecking, Klaus: USA torpedieren EU-Datenschutz-Verordnung. In: Financial Times vom 20.01.2012, Online-Ausgabe. URL=http://www.ftd.de/politik/international/:lobbyarbeit-in-bruessel-usa-torpedieren-eu-datenschutz-verordnung/60157602.html [09.02.2012]

Klinger, Markus: EU-Datenschutzverordnung könnte sich gravierend auf das Direktmarketing auswirken. In: absatzwirtschaft.de vom 07.02.1012. URL=http://www.absatzwirtschaft.de/content/_t=ft,_p=1003214,_b=76005 [09.02.2012]

medianet.at: Faire EU-Datenschutzverordnung und "Direct Profit". Online-Ausgabe vom 01.02.2012. URL=http://www.medianet.at/marketing-medien/article/faire-eu-datenschutzverordnung-und-direct-profit/ [09.02.2012]

Karsten Röhrbein, Imre Grimm und Detlef Drewes: Datenschutz im Internet wird europaweit verschärft. In: Hannoversche Allgemeine. Online-Ausgabe vom 25.01.2012. URL=http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Netzwelt/Datenschutz-im-Internet-wird-europaweit-verschaerft [09.02.2012]

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Facebooks Image ist angeschlagen

Permalink 08.02.12 09:21, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Marketing 2.0, Medien , Schlagworte: brand, brandindex, facebook, image

In der Ausgabe der Wirtschaftswoche vom 3. Februar schreibt Holger Geißler unter dem Titel „Was Facebook von Schlecker lernen könnte”:

Auch der angekündigte Börsengang ändert nichts an der Unbeliebtheit der Marke Facebook, gerade die Einführung der Timeline wirkt sich negativ auf das Image des Unternehmens aus.

Auf der vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov ermittelten Imagewerte von Marken mittels des Markenmonitors BrandIndex verlor Facebook in Deutschland 4 Indexpunkte. Auf der Index Werteskala von -100 bis +100 liegt Facebook derezit bei -8, ist damit – so der Autor – „mehrheitlich unbeliebt”. Unter Facebook Nutzern liegt der Ausgangswert höher, allerdings verliert bei diesen Facebook noch deutlicher an Image Terrain.

Damit trennen Facebook aktuell Welten von Konkurrent Google.

In den USA liegt Facebook mit 50 Indexpunkten hinter Google+ mit 66 Punkten. Google liegt bei 87. In Großbritannien zeigt sich das noch deutlicher: Hier rangiert Facebook bei 35 Indexpunkten, Google+ bei 62 und Google bei sage und schreibe 96 Indexpunkten. Diese Zahlen geben zu Denken.

Wenn es Facebook nicht gelingt das Vertrauen der User wiederzugewinnen und sein Image deutlich zu verbessern, könnte Facebook tatsächlich eine Entwicklung wie der einstige Shooting Star der deutschen Drogeriediscounter nehmen. Auch ihm ist neben gravierenden Managementfehlern vor allem das schlechte Image zum Verhängnis geworden.



Geißler, Holger: Was Facebook von Schlecker lernen könnte. In: Wirtschaftswoche (03.02.2012), URL=http://www.wiwo.de/unternehmen/it/brandindex-was-facebook-von-schlecker-lernen-koennte/6148630.html [07.02.2012]

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Google im Dilemma von Kundenorientierung und Datenschutz

Permalink 07.02.12 12:00, von Conrad Lienhardt, Kategorien: e-commerce, Medien , Schlagworte: datenschutz, google, subsidiarität

Wer dieser Tage einen von Googles Diensten aufgerufen hat wurde aufgefordert, sein Einverständnis zu den veränderten Datenschutzbedingungen zu erklären. Ab 1. März wird Google Nutzerdaten zwischen eigenen Diensten verknüpfen und dafür die rechtliche Grundlage schaffen, auch für die Programmierung weiterer dienstübergreifender Anwendungen.

Wenig seriös wirkt dabei, dass Google Nutzer nicht auffordert die Bestimmungen zu lesen und sich über Änderungen zu informieren bevor sie diesen zustimmen, sondern sie geradezu auffordert naiv und ungeprüft mittels Klick auf „Ok, alles klar” [vgl. Abb] das Einverständnis zu geben. Das hat schon ein Geschmäckle von „Bauernfängerei”.

Google und Datenschutz

Dabei ist Googles Umgang mit Datenschutz im Vergleich zu Facebook geradezu „vorbildhaft”. Es ist sicherlich eine Gratwanderung: Auf der einen Seite verlangen Dienste nach entsprechender Personalisierung und Vorhaltung von Daten, die auf das Verhalten von Nutzern so abgestimmt werden, dass sie bei diesen einen möglichst hohen und überzeugenden Nutzen stiften. Auf der anderen Seite will der Datenschutz diese Zusammenführung von personalisierten Daten zurecht einschränken, um den Einzelnen vor möglichem Missbrauch zu schützen. Dabei hat der Gesetzgeber auch den Schutz derjenigen im Auge, die zu naiv, zu gleichgültig oder schlicht überfordert sind, ihre eigenen Interessen zu wahren.

Google Dashboard
Google Datenschutz Tools
Google Datenschutzprinzipien

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Apple - 100 Milliarden USD Liquidität - Ausbeutung lohnt

Permalink 30.01.12 10:45, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Random , Schlagworte: apple, ethik, handlungsethik, wirtschaftsethik

Mit einer Marktkapitalisierung von 428 Mrd USD hat Apple Exxon Mobil (413 Mrd USD) überholt und ist damit derzeit der wertvollste Konzern der Welt. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) in ihrer Ausgabe vom 27. Februar 2012. „Manchmal nimmt der Erfolg Dimensionen an, die nur noch schwer fassbar sind” meint Christiane Hanna Henkel, die Autorin des Beitrags. Der Quartalsgewinn von Apple ist der „zweithöchste, den je ein kotiertes Unternehmen erwirtschaftet hat.” Rund 100 Mrd. USD hat Apple an liquiden Mitteln in der Kasse.

Angesichts dieser Erfolgsmeldungen frage ich mich, warum Apple sich nicht deutlich mehr soziales Engagement leisten will. Ein Konzern der seine Gewinnspannen u.a. dadurch erzielt, dass ArbeiterInnen seiner Zulieferer ausgebeutet werden.

Kürzlich hat die New York Times („In China, Human Costs Are Built Into an iPad”, 25.01.2012) ausführlich über die Missstände bei chinesischen Zulieferbetrieben von Apple berichtet. Im Beitrag wird ein ehemaligen Foxconn Manager zitiert: „Apple never cared about anything other than increasing product quality and decreasing production cost […] Workers’ welfare has nothing to do with their interests”.

Bereits im Herbst 2011 hat DIE ZEIT (05.10.2011) darauf hingewiesen, dass Apple offenbar die Kritik an diesen Zuständen ignoriert.

Frontal21, ein ZDF Sendeformat im Bereich investigativem Journalismus, strahlte diesen Beitrag aus:

Ich besitze mittlerweile keine Apple Produkte mehr und werde solange Apple diese Politik nicht ändert auch keines mehr besitzen. Letztlich stellt sich auch für Konsumenten die Frage: Wie hältst Du’s mit Ethik?

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Generation Net - In Sachen Medienkompetenz überschätzt ?

Permalink 13.01.12 09:31, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Web 2.0, Medien , Schlagworte: digital natives, generation net, medienaffinität, medienkompentenz

Die Netz-Generation” schreibt Claudia de Witt „wird zum Leitbild einer vom Computer geprägten Gesellschaft, das flexible und mobile, interdisziplinär und global handelnde, leistungsfähige, effektive und erfolgreiche Menschen repräsentiert.” So empfiehlt sich diese Generation Unternehmen als per se prädestiniert für die Herausforderungen einer digitalen Zukunft. quasi als „Native Speakers”.

Aber ist das tatsächlich der Fall? Sind alle jene, die nicht zu den „Digital Natives” zählen „Digital Immigrants” (vgl. Prensky, 2001), „fremdsprachliche Einwanderer, die zeitlebens mit ‘accent’ sprechen, sprich sich fremd tun […]” ? (Schulmeister, 2009, 24)

Was zunächst einleuchtend klingen mag wird seit einigen Jahren zunehmend in Frage gestellt. Richard Schulmeister spricht in diesem Zusammenhang gar von einem „Mythos”. „The creations of Digital Natives,” meinen John Palfrey und Urs Gasser „are quite often limited to the thoroughly unspectacular: a new personal profile on Facebook, a posting on twitter.com (›Weather’s nice here in Munich‹), digital photos uploaded onto Photobucket or Shutterfly.” (2009, 112)

Es ist unbestritten, dass die „Generation Net” — die Generation der nach Mitte der 80er Jahre Geborenen — eine hohe Medienaffinität besitzt. Jedoch bedeutet medienaffin nicht automatisch medienkompetent (vgl. Haug 2009,1). Der „Mythos” der „Generation Net” lässt diese das jedoch von sich selbst glauben. Auch Studierende sind davon nicht ausgenommen. Dass dies in vielen Fällen zu einem verqueren Selbstbewusstsein führt, zeigt sich immer wieder. Untersuchungen stellen beispielsweise im Umgang mit IT „eine Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichen Kompetenzen der Studierenden fest.” (Vgl. Haug, 2009,1) Zu einem vergleichbaren Ergebnis kommt eine erst unlängst veröffentlichte Studie der FH Vorarlberg (Erstsemestrige - Teil der Generation Net"), die zeigte, „dass die für ein Studium nötige Medien- bzw. Informationskompetenz nicht vorausgesetzt werden kann, sondern vielmehr im Studium erworben werden muss.” (Vgl Weber und Mayer, 2010) → [s.Blogpost Lehre]

Dennoch scheinen Unternehmen wie im Reflex davon auszugehen, dass MitarbeiterInnen der „Generation Net” per se für einen kompetenteren Umgang mit neuen Medien geeignet wären, ohne das zu hinterfragen. Zweifellos gibt es in dieser Generation einen Teil, der über die Medienaffinität hinaus auch über eine erforderliche Medienkompetenz verfügt, das Gros dürfte sich nicht wesentlich von der vorangegangenen „Generation X” oder den „Baby Boomers” unterscheiden. Sie brauchen ebenso eine entsprechende Qualifizierung.

Nicht selten treffe ich auf Unternehmen, die PraktikantInnen auf Social Media Kommunikation loslassen, in der irrigen Annahme, diese wären da ohnehin zuhause und verstünden es daher besser, als ältere MitarbeiterInnen in der Unternehmenskommunikation oder im Marketing. Es empfiehlt sich daher, dem „Mythos” „Generation Net” mit gebotener kritischer Haltung zu begegnen und älteren MitarbeiterInnen zuzutrauen, dass sie sich ebenso für die digitale Zukunft qualifizieren können.


de Witt, Claudia (2000): Medienbildung für die Netz-Generation. In: Medienpädagogik. Elektronisch verfügbar unter [www.medienpaed.com/00-1/deWitt1.pdf]. (Zugriff am: 05.01.2012)

Prensky, Marc (2001): Digital Natives, Digital Immigrants, Part II: Do They Really Think Differently? From On the Horizon (NCB University Press, Vol. 9 No. 6, December 2001). Elektronisch verfügbar unter [http://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf](Zugriff am: 05.01.2012).

Schulmeister, Rolf (2009): Gibt es eine »Net Generation«? Erweiterte Version 3.0. Hamburg. Elektronisch verfügbar unter [http://www.zhw.uni-hamburg.de/uploads/schulmeister_net-generation_v3.pdf] (Zugriff am: 05.01.2012)

Weber, Frank; Mayer, Brigitte (2010): „Erstsemestrige – Teil der „Net Generation“?“ In: Künz, Andreas; Dontschewa,Miglena (Hrsg.): Eintauchen in Medienwelten. Zusammenfassung der Beiträge zum Usability Day VIII. Pabst Science Publishers (= uDay VIII).

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Sind Internetnutzer Nomaden?

Permalink 02.12.11 12:11, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Medien , Schlagworte: medienverhalten, nutzerverhalten

Zeitenwende im Internet” — so hat Holger Schmidt seinen Beitrag im FAZ Blog „Netzökonom” überschrieben. Dabei bezieht er sich auf jüngste Umfrageergebnisse von Comscore, welche zeigen, dass Internet-Nutzer in Deutschland in den vergangenen 12 Monaten ihre Online-Zeit auf den klassischen Portalen wie T-Online um durchschnittlich 24 Prozent gesenkt, dafür aber um 49 Prozent in den sozialen Netzwerken erhöht haben. Erstaunlich ist vor allem auch, dass die Nutzung von E-Mail rückläufig ist, mit Ausnahme der über 55 Jährigen. 6 Prozent der Jugendlichen verfügen offenbar bereits über keine E-Mail Adresse mehr. Das sind spannende Verschiebungen, auf die Unternehmen entsprechend reagieren müssen.

Ich kann Ihnen diesen Beitrag nur empfehlen - er ist sehr aufschlussreich.

Das Ergebnis selbst ist nicht ganz überraschend, da sich ein entsprechender Trend schon länger abzeichnete. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich diese Entwicklung als „Zeitenwende” charakterisieren würde. Dazu müsste diese Entwicklung nachhaltig sein. Und um das festzustellen benötigte man einen etwas längeren Beobachtungszeitraum. Ich deute das zunächst als Ausdruck nomadischen Verhaltens. Viele ziehen gerne auf neue Wiesen, die noch nicht abgegrast sind, neue Erfahrungen bieten und die einer sich wandelnden Kommunikationskultur eher entsprechen. Es kann sich dabei aber durchaus um ein ephemeres Phänomen handeln. Von einer Zeitenwende hin zu Social Media würde ich nur im aktuellen Zeitfenster sprechen wollen.

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Books on Demand (BoD) - eine kritische Nachbetrachtung

Permalink 08.11.11 11:35, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Random, Medien , Schlagworte: books on demand, kundenorientierung, transparenz

2009 verlegte ich ein Buch zu „Corporate Twitter” bei Books on Demand. Ich habe darüber in diesem Blog berichtet (↑ „Meine Erfahrungen mit Books on Demand (www.bod.de)” und ↑ „Book on Demand: Eine geniale Alternative zu eBook und Print”).

Worum es jetzt geht ist die Frage, wie transparent ich die Geschäftsbeziehung erlebe.

Mir war aufgefallen, dass Google Search erstaunlich viele Internet-Nutzer zu meinen Blogbeiträgen zu Books on Demand (BoD) weiterleitete, Internet-Nutzer, die offenbar nach Informationen rund um das Thema „Vertauenswürdigkeit von” und „Erfahrungen mit” Books on Demand suchten.

Wie vertrauenswürdig und zuverlässig ist die Abrechnung bei Books on Demand (BoD)?


Wo liegt das Problem? BoD rechnet die Buchverkäufe mit den Autoren ab. Dabei werden jeweils das Datum des Verkaufs und die Anzahl der verkauften Exemplare je Abrechnungszeitraum aufgelistet. Diese Information ist auch online im eigenen BoD Account zu beziehen. Eine weitergehende Aufschlüsselung, wohin die Exemplare geliefert wurden, ob Groß- oder Einzelhandel, bzw. wieviele Exemplare direkt über BoD verkauft wurden, gibt es nicht. Soweit so „gut”.

Als zentraler Vertriebsweg erweist sich Amazon.de. Nun weiß man, dass die Website von Amazon.de nicht wirklich nachvollziehbar und damit verlässliche Rückschlüsse über verkaufte Exemplare zulässt - weder direkt über die Angabe noch „auf Lager” noch indirekt über den Verkaufsrang. Hier wird weder auf tatsächliche Lagerbestände Bezug genommen, noch auf reales Verkaufsranking. Wie Amazon das handhabt ist für Uneingeweihte nicht wirklich nachvollziehbar.
Es war daher schnell klar, dass es keine Möglichkeit gab, über Amazon direkt auf die Kauforder bei BoD rückzuschließen. Daher entschlossen wir uns für eine Versuchsreihe in der über die ersten drei Quartale 2011 eine Reihe von Testkäufen druchgeführt wurden. Die Testkäufe sollten sicherstellen, dass die von Amazon über Zuliefer-Großhändler verkauften Exemplare letztlich zu einer direkten Order bei BoD führen musste. Dieser Rückkopplungseffekt schien sich auch in Gang setzen zu lassen. Dennoch gab es am Ende des dritten Quartals eine signifikante Abweichung der unterstellten Order und der abgerechneten verkauften Exemplare.

— Um es an dieser Stelle gleich vorweg zu nehmen: Es ging uns - und es geht auch hier - nicht darum, möglichen Unregelmäßigkeiten in der Abrechnung nachzuspüren oder diese BoD zu unterstellen. Letztlich würden die Beträge, um die es geht, einen solchen Aufwand nicht rechtfertigen. Es ging bei dieser Untersuchung darum, wie weit Transparenz der Abrechnung in diesem Geschäftsmodell erfolgsrelevant ist. Denn im Unterschied zu einem regulären Verleger, gibt es zwischen BoD und seinen Autoren keine wirkliche persönliche Beziehung und damit auch keine sich daraus rechtfertigende Vertrauensbasis. —

Ein Unternehmen reagiert - oder auch nicht

Nachdem ein Bedarf an mehr Transparenz bzgl. Verkauf und Abrechnung deutlich geworden war, wendete ich mich an das Unternehmen. Dabei erklärte ich unser Untersuchungs-Setting und bat um Auskunft. Es dauerte fast eine Woche, bis mein E-Mail beantwortet wurde und das auch erst, nachdem ich per FAX nachgehakt hatte. Darin heißt es: „Wir möchten Ihnen hiermit versichern, dass unsere Abrechnung der Verkäufe fehlerfrei arbeitet und darüber hinaus regelmäßig von unabhängigen Wirtschaftsprüfern getestet wird.” Diese Antwort schaffte in keiner Weise mehr Transparenz, sondern fällt eher unter die Kategorie „Selbstverständliches” und zeigt wenig Kundenorientierung.

Auf weiteres Nachfragen wurde dann geäußert: „Amazon bezieht alle Bücher über den Großhandel, den wir beliefern. Auch die Katalogisierung erfolgt über den Großhandel.” Das war jedoch nicht die Frage. Die Frage war ja, wieviel Exemplare an Amazon beliefernde Großhändler verkauft wurden, wieviel an Großhandel, Einzelhandel überhaupt und wieviel direkt über BoD vertrieben wurden.

Der Versuch, mehr Transparenz zu gewinnen führte bislang geradewegs in die entgegengesetzte Richtung: Es entstand zunehmend Verunsicherung über die Professionalität im Umgang des Unternehmens mit seinen Kunden. Es folgte der Griff zum Telefon. Die überwiegende Zahl der Autoren dürfte keine Verlagserfahrung haben und sich offenbar leicht abfertigen lassen. Davon ging wohl die sich als Zuständige für Kundenanfragen ausgebende Mitarbeiterin von BoD auch bei mir aus. Mein Anliegen wurde weitergereicht. Das Ergebnis des Telefonats wurde in einem Mail seitens BoD zusammegefasst: „[…] die Lieferaufschlüsselung entnehmen Sie bitte Ihrer Margenabrechnung. Bei der Margenabrechnung fand sich dann aber keine Lieferaufschlüsselung. Erneute Nachfrage blieb unbeantwortet.

Unterm Strich

Das Unternehmen, das wirklich Produkte guter Qualität anbietet, schafft es nicht, die gerade bei diesem Geschäftsmodell erforderliche Transparenz in der Geschäftsabwicklung sicherzustellen. Diese Transparenz wäre insbesondere deshalb schon gefordert, weil Amazon, einer der effektivsten Absatzkanäle, mit seinen Angaben „noch auf Lager” und zum Verkaufsrang gegenüber der BoD Abrechnung Autoren verunsichert. Die Kundenorientierung lässt in diesem Bereich sehr zu wünschen übrig. Die Suchanfragen via Google bzgl. Vertrauenswürdigkeit dürften nicht zuletzt eine Folge davon sein.

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