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Richtung 1984?

Permalink 22.01.10 20:29, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Gedankensplitter , Schlagworte: andré breton, comte de lautréamont, meinungsfreiheit, urs allemann

Unlängst habe ich gelesen, dass jemand verhaftet wurde, nur weil er seinem Ärger über enorme Flugverspätungen in einem Tweet (Nachricht über Twitter) an Freunde Luft gemacht hatte und darin meinte, dass man den Flughafen einfach in die Luft sprengen sollte. Wer bestimmte Worte und Begriffe verwendet ist wohl schnell auf einer Watchlist oder im Kriminal.

Comte de Lautréamont (denke da an die Gesänge des Maldoror), André Breton (hier erinnere ich mich an seinen Aufruf im Surrealistischen Manifest: .. mit Revolvern in den Fäusten auf die Straße zu gehen und blindlings soviel wie möglich in die Menge zu schießen), u.v.a.m. würden wohl alle in irgend einer Weise kriminalisiert werden. Ob ein Urs Allemann heute noch den Bachmann Literaturpreis für sein "Babyfi cker" (1991) bekäme, oder doch eher eine Klage, lässt sich wohl nicht eindeutig sagen.

Die Verrohung unserer Sprache einerseits und andererseits die weit über political correctness hinausgehende Beschränkung von Meinungsfreiheit ist schon bedenklich. Noch bedenklicher sind die Überlegungen die es ermöglichen sollen, einzelne bereits vor Begehen einer Straftat zu verhaften und zu verurteilen - nur auf die begründete Aussicht hin, dass sie diese hätten verüben wollen.
Die Freiheitsrechte werden spürbar und fortgesetzt eingeschränkt. Das ist nicht nur eine demokratische Herausforderung. Freiheit ist immer auch riskant. Das Risiko minimieren und/oder die Herausforderung "entschärfen" bringt zwangsläufig Verlust von Freiheit mit sich. Dieser Verlust von Freiheit ist durch ein vermeintliches Mehr an Sicherheit und Versorgungshaltung nicht zu rechtfertigen. Die Idee der Freiheit muss in der Verantwortung jedes einzelnen Bürgers bleiben, sie kann nicht folgenlos delegiert werden.

In diesem Zusammenhang habe ich ein sehr aufschlussreiches, informatives und gut geschriebenes Buch gelesen: Angriff auf die Freiheit: Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte von Ilija Trojanow und Juli Zeh. Ein Buch, das ich wirklich empfehlen kann.

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Machiavelli oder Die Einheit von Esprit und Staatsführung

Permalink 20.01.10 12:55, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Gedankensplitter , Schlagworte: carlo schmit, machiavelli, politik

Carlo Schmid hat 1956 unter diesem Titel einen anregenden Aufsatz verfasst. Er ist mir dieser Tage wieder in die Hände geraten, nach gut fünfundzwanzig Jahren. (In: Carlo Schmid, Politik muss menschlich sein, München 1980)
Angesichts der politischen Entwicklungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene kommt der Lektüre von Machiavellis 'Il Principe', besonders aber der 'Discorsi' gewisse Aktualität zu, auch wenn sie das Leiden an den Zuständen nicht lindern kann.

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Pedro Paramo von Juan Rulfo

Permalink 08.01.10 17:24, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Lesestoff , Schlagworte: einsamkeit, gabrial garzia marquez, juan rulfo, pedro paramo

Von Dagmar Ploetz neu übersetzt und bei Hanser 2008 verlegt ist Juan Rulfos Roman Petro Páramo zu einem wichtigen Begleiter geworden. Er zählt zu den wenigen Büchern, die ich oft aufschlage, in welchen ich oft lese, sie fertig zu lesen ich mich innerlich aber sträube. Eines dieser Bücher ist in den 25 Jahren seit es mich begleitet schon ganz zerlesen. Und doch habe ich es noch nicht ganz gelesen. Manchmal nehme ich die Bücher nur zur Hand, schlage sie auf und rieche daran. Das reicht oft aus, um mich in die Stimmung zu versetzen, in die ich beim Lesen versank. Manchmal genügt es, mit meinen Fingern über die Seiten zu streichen, aber das gelingt nur bei ganz wenigen Büchern. Eines davon ist Navid Keramis 'Der Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte' in der von Beck 2005 verlegten gebundenen Ausgabe. Allein das Streichen über den Umschlag bringt Bilder, Gerüche und Gefühle zum Klingen, die mich beim Lesen des Buches begleitet haben.

Aber zurück zu Pedro Páramo. Hatte mich Gabriel Garzia Marquez Roman 'Hundert Jahre Einsamkeit' Anfang der 80er Jahre, kurz nachdem Marquez den Nobelpreis dafür bekommen hatte, schon fasziniert, Pedro Paramo verstärkte die Empfindung. Ein Roman, den ich nicht ausloten kann und doch immer wieder versuche zu ergründen.

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Schaut der OÖ Wirtschaftsbund zu viel TV?

Permalink 08.01.10 15:17, von Conrad Lienhardt, Kategorien: Gedankensplitter , Schlagworte: mentalist, prognosen, wirtschaftsbund

"Experience your mind" - so lautet der Hauptvortrag zum "Abend der Wirtschaft in Linz". Richtig zuordnen konnte ich den Titel erst, nachdem ich zum Vortragenden gelesen habe: "Mentalist Mario Unger". Mario Unger beschäftigt sich mit Gedankenlesen.

Populär ist der Begriff "Mentalist" durch eine gleichnamige TV Serie geworden. Ein smarter "Mentalist" unterstützt polizeiliche Ermittlungsarbeit und stellt dabei seine "hellseherischen" Fähigkeiten unter Beweis.

Was aber bedeutet es, wenn der oberösterreichische Wirtschaftsbund in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise, die nicht wirklich überwunden sind, sich beim Ausblick auf 2010 nicht mir rationalen Analysen beschäftigt, sondern mit Unterhaltung.

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Corporate Twitter - Unternehmen nutzen Twitter

Permalink 07.01.10 23:20, von admin, Kategorien: Marketing 2.0, Social Media Marketing , Schlagworte: corporate twitter, hootsuite, microblog, monitter, peoplebrowsr, seemsic, twazzup, tweetlevel, tweetstats, twittalyizer, twitter, twitterfriend, twitterfriends, twitterholic

Mehr als die Hälfte der 100 deutschen Marken mit den höchsten Werbeausgaben nutzen Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook. Am beliebtesten scheint Twitter zu sein. 39% dieser Unternehmen nutzten Twitter, gefolgt von Youtube, Facebook und Corporate Blogs. Das zumindest erbrachte eine Studie der Universität Oldenburg und der Agentur 'construktiv'. (Handelsblatt, 7.Dez.09)

Auch wenn der Hype um Twitter abklingt, erkennen immer mehr Unternehmen die Bedeutung dieses zusätzlichen Kanals. Entsprechend steigt die Nachfrage, wie Twitter in ein bestehendes Kanalsystem integriert werden kann.

Die von Anfang Dezember 09 veröffentlichte Studie habe ich in meinem Twitter Buch noch zitieren können. Denn anders, als in einem vorangegangenen Beitrag angenommen, konnte ich das Manuskript erst Anfang Januar fertig stellen.

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